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alpine Oenologie auf dem Vormarsch

Die Schweiz produziert ausgezeichnete Weine in vielen Varationen. Längst ist die Schweiz kein reines Weissweinland mehr, sondern produziert (auch dank des Klimawandels) seit einer geraumen Zeit, Rotweine auf Weltklasseniveau. Das glauben Sie nicht: Dann schauen Sie mal weiter unten welche Rotweine aus der Schweiz es bei uns in die Top 10 geschafft haben. Der einzige Grund, warum die Schweizer Weine ausserhalb des Landes vielleicht immer noch nicht so bekannt sind wie sie gerne wären, ist schlichtweg jener, dass ein Grossteil der Weine fast ausschliesslich im Land selbst konsumiert werden und sogar noch die doppelte Menge an Wein hinzu importiert werden muss. Bei einem so zum Teil qualitätsbewussten Volk, wie den Schweizern, ist das eigentlich ein absolutes Gütesiegel.

 

In unserer sonstigen Reihe: Winzer die man kennen sollte, beschreiben wir hier einmal gleich ein ganzes Weinland auf das man beim zukünftigen Weineinkauf ein Augenmerk legen sollte. Die Rede ist vom Schweizer Wein! Auch, wenn das wie oben beschrieben, schlecht für das internationale Geschäft wäre. Schweizer finden immer mehr Gefallen an den autochtonen Rebsäften aus heimischer Produktion.

Alpenweine = cool climate Weine

Wer glaubt hoch oben sei es besonders kühl der irrt sich, denn in Südtirol, oder auch in Teilen des Wallis und des Tessins, wird es beispielsweise im Sommer teils heisser als in Südeuropa. Das sind natürlich nur Ausnahmen, aber der Klimawandel zeigt auch hier bereits seine Spuren und wir merken dies ganz konkret an steigenden Alkoholzahlen. Dies aber nur am Rande. Vielmehr ist aber die Alpenregion für Freunde von sogenannten Cool-Climate-Weinen von Interesse. Also Weinen, die in vergleichsweise kühlem Klima produziert werden und durch Frische und Eleganz überzeugen, statt durch Kraft und Oppulenz.


Ein Blick auf die Karte verrät, welche cool Climate Weine aus der Schweiz bei Oktoberweine erhältlich sind und wie alpine sie zum Teil liegen.


Die Römer pflanzten um die Zeitenwende Rebstöcke im Raum Basel und Windisch und begründeten den Weinbau. Im 6. Jahrhundert nach Christi gründeten Mönche aus dem Burgund das Kloster St. Maurice bei Aigle im Kanton Waadt und kultivierten Weinberge. Mitte des 8. Jahrhunderts sind Weingärten im Churer Rheintal und am Bodensee belegt. Wie auch sonst in Europa wurde der Weinbau im Mittelalter von den Zisterziensern kultiviert. Diese gründeten das Kloster Hautcrèt Palézieux und legten im Jahre 1142 den ersten terrassierten Weingarten am Genfer See im Kanton Waadt an. Der Bereich Dézaley zählt auch heute zu den besten Appellationen in der Schweiz. Ab Beginn der Eidgenossenschaft der drei Kantone Schwyz, Uri und Unterwalden im Jahre 1291 bis in das 18. Jahrhundert nahm die Weinproduktion ständig zu. Um das Jahr 1850 umfassten die Rebflächen mit rund 35.000 Hektar mehr als das Doppelte wie heute. Im 19. Jahrhundert erlitt der Weinbau einen Niedergang durch ausländische Konkurrenz, sowie durch die Reblaus und den Mehltau, die als einem der letzten europäischen Länder auch die Schweiz erreichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es dann allerdings wieder einen Aufschwung. Dieser hält bis heute an und der Schweizer Weinbau steht so gut da wie noch nie.


Heida Grand Cru | Winzergenossenschaft St. Jodern Kellerei autochtone Rebsorte vom höchsten Weinberg Europas. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.




 

Die Schweiz ist (nach Albanien) das gebirgigste Land Europas und die Alpen mit ihren Ausläufern prägen auch stark den alpinen Weinbau. Die Rebflächen liegen vor allem am Beginn der drei großen Flusstäler Rhône im Westen, Rhein im Norden und Po im Süden. In diesen Tälern und entlang der vielen Seen befinden sich viele Rebflächen auf Gletschermoränen mit zumeist terrassierten Steillagen bis 70% Hangneigung. Der bei der Gemeinde Visperterminen liegende Weinberg Riebe in 1.100 Meter Seehöhe ist der höchstgelegene Weinberg Mitteleuropas. Besonders auf der Alpensüdseite mit dem größten Weinbaubereich Wallis gibt es viel Sonnenstunden, aber relativ geringe Niederschläge. Nur das im Süden liegende Tessin ist sehr niederschlagsreich.



In seinem Booklet «Die 100 besten Schweizer Winzer» zeichnet GaultMillau die besten Winzer der Schweiz aus. Gleichzeitig bricht der Gourmetguide damit eine Lanze für all jene Restaurants, die dem Schweizer Wein eine besondere Beachtung schenken, was ausserhalb der Schweiz dann schon etwas schwieriger wird, aber durchaus öfter vorkommt, als man meinen könnte. Auf der Liste der «10 besten Weinkarten der Schweiz» findet sich unter anderem das Hotel „Einstein“ in St. Gallen, das Restaurant „Kreuz“ in Emmen oder auch Jack‘s Brasserie in Bern. Erwähnenswert hier auch Es gilt also, den Schweizer Wein weiter zu hegen und zu pflegen; und ihn selbst im eigenen Land noch mehr und weiter zu promoten. Laut einer Umfrage von Jungweintrinkern in den Alterskategorien von 20 bis 35 Jahren, finden sich nur rund 15% Schweizer Wein in deren Kühlschränken oder Weinkellern.


Pinot Nero Bianco | Weingut Wetli aus dem Appenzeller Land Ein wunderbar süffiger Blanc de Noir vom Pinot Noir Trauben. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.




 

„Die Schweizer Weine haben in den vergangenen Jahren eine spektakuläre Qualitätsentwicklung hingelegt. Ein Glücksfall, denn es ist eine der Aufgaben des OVV, dies zu kommunizieren und verständlich zu machen“ so Nicolas Joss, vom Waadtländischen Weinverband OVV.


„Schweizer Weinliebhaber und Genussmenschen von heimischen Produkten sind in der Regel recht kritisch, was die Qualität angeht. Das ist auch gut so. Man kann und möchte sie auch nicht hinters Licht führen. Besonders freut mich, dass sich immer mehr junge Menschen für Wein interessieren. 45% der Besucher der Tage der offenen Weinkeller waren zwischen 18 und 35 Jahre alt. Der Frauenanteil lag knapp über 50% und wir beobachten immer häufiger, dass die weibliche Kundschaft Weine auswählt und über den Kauf bestimmt“ so Nicolas Joss weiter.


 


Chasselas "Jolicoeur" | Winzergenossenschaft Terres de Lavaux Ein überaus milder und bekömmlicher Seeweisswein aus dem Waadt. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.




 

Chasselas und Sushi – Schweizer Wein aus der Sicht unserer Fernöstlichen Freunde


Sofern man Chandra Kurt glauben schenken und sie somit zitieren darf, hat der bekannte japanische Wein-Autor Katsuyuki Tanaka mal eine Rede zu einer Weinveranstaltung in Japan zum Thema „Chasselas“ mit den Worten begonnen: „Chasselas ist nichts – aber nichts ist gut“. Wer sich unseren Weinen aus dem Bergmassiv Cluster länger beschäftigt, kann diese japanische Liebe der Reduzierung und Konzentration auf ein paar wenige dafür um so überzeugenderere Geschmacksmomente sicherlich nachempfinden. Hier sind keine ablenkenden Holztöne am Werk, hier wird nicht mit Assoziationen geast und um sich geschmissen. Chasselas kann im besten Fall eine pfeilgenaues Gleichgewicht herstellen zwischen perfekter Mineralik, zurückhaltender Säure und fast kaum Restzucker. Gerade diese Reduzierung lässt Speisen den gebotenene Raum. Es wundert also nicht,

dass Chasselas Weine eine sehr beliebte Weinwahl bei beispielsweise Sushi oder Sashimi ist.


VINUM GENF

 

Sauvignon Blanc ist eine der bekanntesten Rebsorten weltweit und erfreut sich auch in der Schweiz grosser Beliebtheit. Die Rebsorte, die lange Zeit noch als Versuchsprojekt nur heimlich angebaut werden konnte, hat sich hierzulande als eine der Königsreben im Schweizer Weinsegment hervorgearbeitet. Die Sauvignon Blanc Trauben werden in der Regel zu trockenen Weissweinen verarbeitet. Die Gärung erfolgt meist in Edelstahltanks bei niedrigen Temperaturen, um sicherzustellen, dass die frischen Aromen der Trauben erhalten bleiben. Der Wein wird dann für mehrere Monate auf der Feinhefe gelagert, um zusätzliche Aromen und Komplexität zu entwickeln.

Die Sauvignon Blanc, oder auch Sauvignon Jaune genannt, hat ihre Wurzeln im französischen Bordeaux. Die Rebsorte gehört zu den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten der Weinwelt und ist die zweitwichtigste weisse Qualitätssorte nach dem Chardonnay. In der Schweiz rangiert sie auf Platz drei hinter Chasselas und dem Riesling-Silvaner. Schweizweit wird die Rebsorte in verschiedenen Regionen angebaut, darunter nur sehr vereinzelt im Wallis, hingegen deutlich ausgeprägter in der Nord,- bzw. Ostschweiz und im Genferseegebiet.



Sauvignon Blanc | Weingut aagne, Schaffhausen Dieser Sauvignon Blanc zeigt ein feines Gelb mit grünlichen Reflexen. Er ist geprägt von einer intensiven Aromatik in der Nase. Exotische Früchte wie Grapefruit, Stachelbeeren und etwas Litchi werden unterstützt von Holundernoten und dezenten grünlichen Komponenten. Im Gaumen präsentiert sich der Körper aromatisch, gehaltvoll und rund. Zugleich wirkt die Säure erfrischend und lebendig. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.




 

Eine Lanze brechen für den alpinen Rotwein!


Am 30. Dezember 2016 veröffentlichte der Wine Advocate von Robert Parker den zweiten grossen Schweiz Report. Stephan Reinhardt verkostet dafür eine Selektion von knapp 200 Weinen. Von diesen 200 Weinen hat Reinhardt 153 in der neuen Ausgabe des Wine Advocate Nr. 228 publiziert. Und von diesen 228 Weinen wiederum, haben allen Ernstes 90 über 90 Punkte erhalten – was das beste Resultat ist, dass Schweizer Weine je erzielt haben. Betrachtet man nun nur die Rotweine, die in der Schweiz rund 58% aller produzierten Weine ausmachen, kann man somit gewiss und voller Stolz und Lobes von einer Rotweinnation Schweiz sprechen. Denn ein Grossteil der schweizer Winzer hat den Markt ihrer heimischen Käuferschaft bereits vor einiger Zeit genaustens analysiert und ihre Rotweinangebot daraufhin dann stärker ausgerichtet. Griff Mann und Frau vielerorts Anfang der 8oer Jahre noch vermehrt nach günstigen Importen aus Italien und Spanien, so hat sich seit der Jahrtausendwende der Schweizer Rotwein bei der einheimischen Bevölkerung mehr und mehr etabliert und ist zu einem sozialen, kulinarischen und kulturellen Aushängeschild Schweizer Tradition geworden. Die Schweizer Konsumenten, im Allgemeinen versiert und weltoffen, können sich mit Pinot Noir, Spätburgunder, Blauburgunder, Clevner, und Co. mehr und mehr identifizieren. Die schweizer Rotweinszene innerhalb unserer Community wächst, dank der hervorragenden Qualität unserer Winzerpartner. Beerdigen wir also den Mythos von nur mittelmässigem Schweizer Rotwein!




Plant Robert | Terre de Lavaux autochtone Rebsorte vom Genfer See. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.



 

Übrigens, noch etwas aus der Swisswine Trivia-Box. In der Schweiz leben zwei eminente internationale Botschafter, was Wein anbelangt: Paolo Basso, der 2013 zum besten Weinkellner der Welt gekürt wurde und Doktor José Vouillamoz, der Ampelologe und Co-Autor des Werkes „Rebsorten“ ist.


… Ein Pinot Noir ist eben halt doch keine „primitive“ Allzweckwaffe, die mit maximaler Fruchtsüsse und abgeschossenen Alkoholwerten jenseits der humanen 13% die da herkommt. Ein alpiner Pinot Noir – das ist vielmehr fachliches Können in dezent, zurückhaltender Schweizer Manier auf

einzigartigem alpinem Terroir.


In der Schweiz gibt es ungefähr 240 angebaute Rebsorten. Nur 75 werden allerdings in den Statistiken des BAG aufgeführt. Die vier am meisten angebauten Rebsorten sind neben dem Pinot Noir, der Chasselas (autochthon), Gamay und der Merlot die 72% des Anbaus ausmachen. Diese einheimischen Rebsorten, deren Reichtum zur Identität des Schweizer Weinbaus beitragen, belaufen sich auf 36% des Schweizer Marktes. Wir sehen also, es ist noch etwas Luft nach oben. Genau deswegen gibt es Oktoberweine für alpine Weinkultur.


Ostschweiz-Gastro Tipp:

Yannis Sfouggaris Weinkarte ist schon ein absolutes Fest für sich,

so jedenfalls der Gault Millau. Die Bodega Prado in der Bankgasse in Sankt Gallen setzt, ähnlich wie Stefan‘s Merlot, neue Massstäbe bei der authentischen Gaumenverwöhnung. Wir machen Euch gerne miteinander bekannt!


Pinot Noir Grand Evec | Winzergenossenschaft St. Jodern Kellerei "Eveque" auf französisch "Der Bischof" erinnert an St. Théodule, den ersten Bischof des Wallis. Der Pinot Noir ist eine der ersten kultivierten Reben der Menschheit und gilt als eine der weltbekanntesten Rebsorten überhaupt. Die klimatischen Verhältnisse in Visperterminen eignen sich hervorragend für den Anbau dieser edlen Rebsorte. Durch den Ausbau in original französischen 225 Liter Barriquefässern kommen seine erstklassigen Eigenschaften optimal zur Geltung. Ein robuster, charaktervoller Rotwein. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.



 

Gestern dann zufällig im Buchhandel gefunden. Ein tolles Buch. Total unser Credo. Trinkt mehr lokalen Wein! Die Schweiz hat fantastische Rot- und Weissweine. Auch Rosé und Schaumweine werden hierzulande immer besser. Wir haben gestern Abend beim Durchblättern doch wahrhaftig 3 Weine gefunden die sich in unserem aktuellen Sortiment befinden. Diese stellen wir Euch hier gerne vor. Zählt man die portraitierten Winzer in diesem Büchlein mit, sind es sogar 9. Ein tolles Geschenk für Weinliebhaber der alpinen Weinregion. 111 SCHWEIZER WEINE, DIE MANN UND FRAU GETRUNKEN HABEN SOLLTE. Emons Verlag.




Gamaret "Mandragore"| Domaine du Clos des Pins, Genf Der warme Sonnenschein unseres südlichsten Kantons fängt genug Wärme ein um die Frucht und Vollmundigkeit dieses Gamaret voll umfänglich zum Ausdruck zu bringen. Kraftvolle Nase von roten und schwarzen Früchten, würzig im Mund und ein schönes, langes, etwas kantiges Finale. Erhältlich bei Oktoberweine Schweiz in Dietlikon bei Zürich.



 

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